LUMISM

LUMINALE NORDEND

„Nordend: Luminale als Initialzündung – Strahlender Stadtteil zur Luminale 08

Die Luminale brachte wieder Licht und Kultur ins Quartier rund um die Berger Strasse“

„Lumism“ und „Lumiéres“ waren die Highlights der 3. Luminale-Nordend

Anfang bis Mitte April fand in Frankfurt bereits zum vierten Mal das große Licht-Kultur-Spektakel „Luminale“ anlässlich der Messe „Light + Building“ statt. Im gesamten Rhein-Main-Gebiet gab es an sechs, leider zumeist verregneten Frühlingsabenden, wieder zahlreiche Lichtaktionen und –installationen nicht nur von Frankfurter Künstlern zu sehen. Da erstrahlten Brücken über den Main, die alte Großmarkthalle, das Nizza und sogar manche Hochhäuser in einem ganz neuen, anderen Licht.

Auch das Stadtteilzentrum rund um die untere Berger Straße beteiligte sich bereits zum dritten Mal mit Licht und Kultur unter dem Motto „Luminale-Nordend“ an dem Leuchtevent, der alle zwei Jahre in Frankfurt stattfindet. So gab es im lebendigsten Quartier Frankfurts wieder zahlreiche Lichtinszenierungen von Künstlern und Kulturinstitutionen zu sehen und bestaunen. Auffällig in diesem Jahr Frankfurtweit die deutlich gestiegene Anzahl bewegter Außeninstallationen und Architekturprojektionen, aber auch insgesamt die zunehmende Zahl kirchlich initiierter Lichtprojekte.

In dem beliebten Stadtteil in Frankfurts Norden waren die Projekte „Lumism“, „Lumiéres“ und „Kinderluminale“ diesmal sicherlich die Highlights der 3. Luminale-Nordend. So zogen insbesondere die beiden Projekte auf dem Martin-Luther-Platz und in der Lutherkirche zahlreiche Besucher des Lichtfestivals in das Quartier rund um die untere Berger Straße. Die Beteiligung der „Lutherkirche“ an der Luminale begründet dabei mittlerweile fast schon eine kleine Tradition. Am Eröffnungssonntag fand in der Lutherkirche selbst erstmals ein musikalisches Opening der Stadtteil-Lichtwoche anlässlich der Luminale 08 statt.

Das Konzert „Lumières“, vorgetragen von der 65-köpfigen Lutherkantorei, der Kammerphilharmonie Rhein-Main, sowie der beiden Solistinnen Eva Leonardy, Sopran und Susanne von Tobien, Alt unter der künstlerischen Leitung von A-Kirchenmusikerin Elke Katscher-Reulein war ein warer Triumph für die engagierte Kirchengemeinde. Die Lutherkirche war an diesem Abend ausverkauft und bis auf den letzten Platz gefüllt. Die über fünfhundert Besucher waren von der musikalischen Darbietung der Barockmesse im Stil des 21. Jahrhunderts des französchischen Komponoisten Jaques Loussier begeistert und dankten dem Ensemble mit stehenden Ovationen.

Auf dem Martin-Luther-Platz vor der Lutherkirche fand während der gesamten Luminale das interaktive Lichtkunstprojekt „Lumism“ der Frankfurter Künstler Petra Schröder, Dirk von Manteuffel und Mario Stahn statt. Dies war ebenfalls ein hochspannender Licht-Event und ein öffentliches Experiment zugleich. Die über 1.500 Besucher konnten sich in das interaktive Licht-Projekt einbringen und mittels Stimm- und Sprachsteuerung, wie auch über eine Drehregler und Tastenarmatur in einem Baucontainer auf dem Platz vor der Kirche die Lichtgebung und das Abspielen von Videosequenzen beeinflussen. Realisiert wurde das Projekt u.a. durch Unterstützung der Firmen Osram und Traxon.

Das Leben auf dem urbanen, sonst eigentlich so karg und trist wirkenden Platz, sollte so mittels Licht und Farbe auf die moderne Glasfassade des Gemeindezentrums und auf den historischen, stadtteilprägenden Lutherkirchturm übertragen werden. Architektur und Vorplatz vereinten sich so während der Luminale-Nordend auf beeindruckende Art und Weise zum öffentlichen Begegnungsraum.

In der nahegelegenen Kindertagesstätte-Feuerwache der Caritas bastelten rund dreißig Kinder im Rahmen der „Kinderluminale“ unter dem Motto „leuchtende Unterwasserwelt“ kleine Seeungeheuer, Fische und Seesterne für den Aktivspielplatz am Merianplatz. Die rund 50 künstlerischen Leuchtobjekte wurden in der dortigen Spiele-Box dann während der Luminale-Nordend ausgestellt und konnten im Dunkeln mit UV-Taschenlampen bestaunt werden. Der Andrang nicht nur der kleinen Besucher war, so die Initiatorin der spannenden Kinderaktion Naomi Barrawasser enorm.

Auf der angrenzenden Einkaufsmeile Untere Berger Straße luden während der Luminale-Tage Kneipen mit Luminale-Specials und einzelne Geschäfte mit beleuchteten Licht-„Themenschaufenster“ zum abendlichen Flanieren und zum Luminale-Light-Shopping ein. Da gab´s zum Beispiel in der Fußgängerzone Kantstraße Luminale-Drinks mit leuchtenden Eiswürfeln drin, blinkte es farbig und bunt im Schaufenster des Copyshops nebenan, oder wurden gegenüber beim Inneneinrichtungsladen am Merianplatz schwebende Stoffpaneele der schwedischen Designerin Ann Idstein mit spannenden Lichteffekten inszeniert. Zur Luminale 08 wurde dort u.a. auch die innovative LED-Raumleuchte LivingColors vorgestellt. Geschickt und ansprechend hatte das Raumausstattungsfachgeschäft die Philips-Leuchten, die mittels Fernbedienung wechselnde Farbesteuerungen und Atmosphären im Raum zulassen, mit den textilen Angeboten in seiner Ausstellung und den Schaufenstern entlang der Berger Straße präsentiert.

Am unteren Ende der beliebten Nordendmeile ließ sich im Bethmann-Weiher der Friedberger Anlage zudem allabendlich während der Luminale 08 mit der „Seerosen“ noch eine botanische Sensation bestaunen, eine nachtglimmenden Seerosenart, wie die Organisatoren der Luminale-Nordend nicht ganz ohne Augenzwinkern erklärten. Im nahegelegenen Künstlerhaus Mousonturm, an der Grenze zum benachbarten Ostend gab es im Rahmen des Licht-Kultur-Spektakels im Nordend noch eine „Ekliptische Betrachtungen“ auf dem Dach der ehemaligen Seifenfabrik Mouson zu besichtigen. Lichtkugeln des Frankfurter Künstlers Lolek Lorey bildeten eine Art leuchtendes Universum und eröffneten einen spannenden Rundblick über die Dächer des Nordends auf die beleuchtete Frankfurter Skyline.

Alles in Allem, trotz reichlich Regenwetter in diesem Jahr, zog die 3. Nordend-Luminale wieder tausende Besucher in den beliebten Stadtteil im Norden der Mainmetropole und brachte am Abend Leben auf die Berger Strasse. Den Bewohnern des Quartiers gab der Licht-Event einmal mehr Gelegenheit den eigenen Stadtteil im Rahmen der „Luminale-Nordend“ allabendlich neu zu entdecken. Krönender Abschluß des Stadtteilevents war dann die „Lichtparade“ zu der sich am letzen Luminale-Abend Stadtteilbewohner, Skater und Biker mit allerhand Leuchtmitteln zu einer Lichtdemonstration aufmachten, um einwenig Stadtteilflair des Nordends in die Frankfurter City und später in den benachbarten Stadtteil Ostend zu tragen. Hierfür extra angereist waren Rebecca und Lena, zwei Studentinnen aus Gießen. Sie kamen mit selbstgestalteter Lichtbekleidung zur „Lightparade“ an den Merianplatz und waren von Nordend und seinem strahlenden Charme total begeistert – Die Luminale entpuppte sich für das Frankfurter Nordend einmal mehr als Initialzündung –
na also!

Interessengemeinschaft „Untere Bergerstraße“ e.V. IGUB

Leuchtsschirme

Rebecca und Lena, Studentinnen aus Gießen kamen mit selbstgestalteter Kerzen-Lampen-Mütze und Leucht-Schirm zur Lichtparade der Luminale-Nordend in Frankfurt an den Merianplatz.

Es war das Highlight zur Eröffnung der diesjährigen Luminale im Nordend - Das Konzert "Lumières" der 65-köpfigen Lutherkantorei mit Orchester und Solisten unter Leitung von Elke Katscher-Reulein.

Videosequenzen auf LED-Videomesh - hochmoderne Technik verwandelte das Gemeindezentrum der Lutherkirche allabendlich in eine Farbenpracht und begeisterte über 1.500 Besucher.

Das Lichtkunstprojekt "Lumism"

Das Lichtprojekt "Lumism" der Frankfurter Kommunikationskünstler Petra Schröder, Dirk von Manteuffel und Mario Stahn brachte Interaktion und viel Leben auf den sonst eher kargen Martin-Luther-Platz im Frankfurter Nordend. Jetzt hoffen die Anwohner des Quartiers auf die Neugestaltung des öffentlichen Platzes.

Die untere Berger Strasse zeigte zur Luminale 08 verschiedene Themenschaufenster mit Licht.

Fotos: Christian Schwarz

Die "Kinderluminale" der KT-Feuerwache begeisterte die kleinen Stadtteilbewohner - sie bastelten rund 50 Lichtobjekte, die in der Spiele-Box am Merianplatz mit UV-Taschenlampen bestaunt werden konnten - der Andrang, auch großer Besucher aus dem Stadtteil war, wie man sieht enorm.

Foto: Noemi Barrawasser